Von drauß’ vom Walde komm’ ich her,
ich muss Euch sagen, es weihnachtet sehr:
Allüberall auf den Tannenspitzen sah ich kletternde Baumpfleger sitzen,
und droben von einer der höchsten Platanen
winkte das Christkind und rief meinen Namen
„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell’,
hebe die Beine und spute Dich schnell:
Die Aussicht hier oben ist einfach genial,
komm hoch, überzeuge Dich selbst einmal.
Hast Deine Seile auch bei Dir?“
„Die Seile“, sprach ich, „die sind hier!“
„Karabiner, Kurzsich’rung, Klettergurt?“
„Alles da, und fest verzurrt!“
„Fehlen noch Kabiumschoner und Bremseinheit.“
„Hab ich“, rief ich, „ich bin soweit!“
Schnell macht’ ich mich dran hinaufzusteigen,
mit Footlock, um’s ihnen so richtig zu zeigen.
Doch als ich zur ersten Astgabel kam,
meckert’s Christkind mich zornig von oben an:
„Knecht Ruprecht!“, schrie es, „bist Du bescheuert?
Eigentlich gehörst Du sofort gefeuert!
Deine Mütze wird Dir im Notfall nichts nützen,
nimm Dir ‘nen Helm, um den Schädel zu schützen.
Dein Knoten taugt höchstens als Dekoration,
sag’ jetzt nichts, ich ahne es schon:
Bei Deiner Arbeit nutzt Du stets den Kamin,
Deine Unwissenheit sei Dir also verzieh’n.
Doch so kann’s auf Dauer nicht weitergeh’n,
was, wenn BG-Leute Dich klettern seh’n?“
„Christkind“, sprach ich, „ich seh’ es ja ein:
Weiterbildung muss einfach sein.
Drum bitt’ ich Dich, mach mir zum Geschenk:
‘nen Seilkletterkurs bei der Firma Benk!“